Testbericht zu den AERO 40II-Rennradlaufrädern
Auf dem zunehmend umkämpften Markt für Carbon-Laufradsätze wird der Begriff „Preis-Leistungs-Verhältnis“ mittlerweile überstrapaziert. Doch wenn ein unabhängiger YouTube-Rezensent – völlig frei von Markeneinflüssen – einen Laufradsatz mit Präzisionsinstrumenten unter die Lupe nimmt und ihn als „bemerkenswert“ bezeichnet, haben wir Grund zu der Annahme, dass es sich hier nicht um ein gewöhnliches Unboxing handelt.
Jason vom Kanal „Cycling Unboxed“ hat den ICAN AERO 40II vollständig zerlegt, gewogen, vermessen und einem Reifenmontagetest unterzogen. Hier sind alle Details, die er dabei entdeckt hat.
Preisstrategie: Ein globaler Ansatz
Der offizielle Preis für den AERO 40II auf dem US-Markt steht fest. Er wies jedoch treffend auf regionale Preisunterschiede hin – insbesondere im Vereinigten Königreich und auf gesonderte Preise für den EU-Markt. Der Grund dafür ist, dass wir lokalisierte Lager- und Logistiklösungen einsetzen, um Zölle, Mehrwertsteuer und Versandkosten zu optimieren. Wo auch immer Sie sich befinden, sind wir bestrebt, Ihnen den wettbewerbsfähigsten Preis auf Ihrem lokalen Markt anzubieten.

Leistung, die mit den besten Laufradsätzen mithalten kann
Das Gewicht ist eine der größten Verbesserungen des AERO 40II gegenüber seinem Vorgängermodell. Das angegebene Gewicht beträgt 1.177 g, und Jasons kalibrierte Waage zeigte 1.190 g an – eine Abweichung von nur 13 g (~1,1 %), was für seriengefertigte Carbonlaufräder eine hervorragende Toleranzkontrolle darstellt.
Er hob insbesondere das Preis-Leistungs-Verhältnis hervor: „Im Vergleich zur Konkurrenz ist dieses Gewicht heutzutage quasi Standard. Aber wenn man sich dann noch einmal den Preis ansieht – dieses Gewicht zu diesem Preis? Unglaublich.“ Das bedeutet: Wenn Sie auf der Suche nach einem Laufradsatz sind, der das Gesamtgewicht Ihres Fahrrads deutlich reduziert, ohne Ihr Budget zu sprengen, ist das AERO 40II in seiner Preisklasse praktisch konkurrenzlos.

Aerodynamisches U/V-Hybridprofil
Der AERO 40II verfügt über das zunehmend beliebte U/V-Hybridprofil (UV-Form), das bei Hochleistungslaufrädern zum Einsatz kommt. Das Kernkonzept: Die vordere Hälfte der Felge behält einen breiteren U-Querschnitt bei, um das Volumen und die seitliche Steifigkeit zu erhöhen, während sich die hintere Hälfte allmählich zu einer V-Form verjüngt, damit sich der Luftstrom reibungslos wieder anlegen kann und Wirbelablösungen reduziert werden.
Nabe und Innenaufbau: Komplette Demontage
Jason begnügte sich nicht mit der Oberfläche – er zerlegte die Nabe vollständig, um das Innere zu untersuchen. Hier ist, was er herausfand:
Ratschenmechanismus: 45-Zahn-Eingriff
Die AERO 40II verfügt über einen Ratschenmechanismus mit 45 Zähnen, der einen Eingriffswinkel von ca. 8° bietet. Jason stellte fest, dass im Gegensatz zum DT-Swiss-Design früherer Modelle bei der neuen Nabe die Feder hinter dem Ratschenring angeordnet ist, was eine größere Kontaktfläche ermöglicht: „Diese Seite drückt hier zurück, und die Feder befindet sich dahinter. Es sind jetzt tatsächlich 45 Zähne vorhanden. Das scheint eine viel größere Kontaktfläche für den Eingriff dieser Zähne zu bieten.“
Eine größere Kontaktfläche bedeutet theoretisch eine gleichmäßigere Spannungsverteilung und eine höhere Haltbarkeit.

Lager und Dichtungskonstruktion
Die Endkappen sind von innen geschmiert – Jason lobte diese Vorgehensweise, da sie dazu beiträgt, die Lager vor dem Eindringen von Feuchtigkeit zu schützen. Er wies außerdem auf die Dichtungskonstruktion hin: „Die Kunststoffteile haben hier nur einen einzigen Flansch. Das schützt die inneren Bauteile im Allgemeinen nicht so gut, aber die Dichtheit ist sehr gut. Vielleicht sind sie also ausreichend abgedichtet, wenn man viel bei nassem Wetter fährt.“
Zudem ist das AERO 40II serienmäßig mit Stahllagern ausgestattet; ein Upgrade auf Keramiklager ist optional für einen Aufpreis von 60 Dollar erhältlich.

Speichen- und Nippelkonfiguration
Der Laufradsatz ist mit Sapim CX-Ray-Stahlspeichen in Flachprofilausführung ausgestattet – diese gelten weithin als Branchenmaßstab und vereinen geringes Gewicht, hohe Festigkeit und aerodynamische Vorteile.
Als Nippel verwenden wir selbstsichernde Sapim Secure Lock-Aluminiumnippel, die zur Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit eloxiert sind. Jason merkte an, dass Aluminiumnippel korrosionsanfälliger sind als Messingnippel, räumte jedoch ein, dass die Eloxalbeschichtung einen ausreichenden Schutz bietet.

Messdaten zur Felgenbreite
In den offiziellen Spezifikationen sind eine Innenbreite von 23 mm und eine Außenbreite von 28 mm angegeben. Jason hat jedoch mit einem Messschieber genaue Messungen vorgenommen: Innenbreite 23 mm – 23,5 mm / Außenbreite 28 mm – 29,7 mm
„Interessanterweise ergeben die Messungen des Laufradsatzes eher 29,7 – fast 30 mm Breite, was näher an dem liegt, was ich mir wünsche und was ich erwarten würde, insbesondere für Großbritannien. In diesem Land müssen wir breitere Reifen fahren, und daher passt eine breitere Felge aerodynamisch gesehen besser zu einem breiteren Reifen.“

Reifenkompatibilitätstest
Jason montierte 28-mm- und 30-mm-Reifen des Typs Vittoria Corsa Pro:
• 28-mm-Reifen: Gemessene Breite ca. 29,5 mm – fast bündig mit der Außenbreite von 29,7 mm, wodurch ein nahezu perfekter aerodynamischer Übergang entsteht.
• 30-mm-Reifen: Gemessene Breite ca. 32,5 mm, wodurch sich ein volleres Profil ergibt.
Diese Kombination sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen geringem Luftwiderstand an der Vorderseite und Komfort sowie Grip am Hinterrad – eine bewährte, klassische Konfiguration.
Effiziente Reifenmontage, ganz ohne Probleme
Jason hat die tatsächliche Dauer der Reifenmontage gestoppt – sie dauerte weniger als 6 Minuten und verlief reibungslos. Einziger kleiner Verbesserungsvorschlag: Dem Nabenkörper fehlt ein Schutz gegen Einklemmen, wodurch sich die Kassette in den leichten Freilaufkörper aus Aluminium eingraben könnte. Dies ist ein berechtigter Vorschlag, und wir prüfen derzeit, ob wir ihn bei zukünftigen Chargen umsetzen können.

Gesamtgewicht des Fahrrads: 58-cm-Rahmen 7 kg
Jason montierte das AERO 40II auf seinen 58-cm-Seekerspear-Rahmen mit einer Ultegra-Gruppe und Vittoria Corsa Pro-Reifen (28 mm vorne / 30 mm hinten). Das Gesamtfahrgewicht – einschließlich Pedale, Flaschenhalter und Fahrradcomputerhalterung – belief sich auf 7,07 kg.
Er merkte an, dass ein Wechsel zurück zur Dura-Ace-Kassette und zu Dura-Ace-Bremsscheiben das Gewicht nahe an die 7-kg-Marke oder sogar darunter drücken würde. Wenn man bedenkt, dass es sich um einen großen 58-cm-Rahmen handelt, ist das Gewichtsergebnis beeindruckend.

Zusammenfassung und Ausblick
„Es handelt sich um einen sehr leichten Laufradsatz, der auch optisch einiges hergibt – vielleicht ein bisschen schmal, aber insgesamt ein sehr überzeugendes Gesamtpaket.“ Das Preis-Leistungs-Verhältnis des ICAN AERO 40II lässt sich in drei Zahlen zusammenfassen:
• Weniger als 900 Dollar – ein Einstiegspreis, der für die meisten Radfahrer erschwinglich ist
• ~1.190 g – ein Gewicht, das Flaggschiff-Laufradsätze von vor fünf Jahren in den Schatten stellen würde
• 45T-Ratsche + Sapim CX-Ray + UV-Profil – Komponenten, die einer genauen Prüfung beim Auseinanderbauen standhalten
Der AERO 40II ist vielleicht nicht der leichteste Laufradsatz auf dem Markt, auch nicht der breiteste oder der teuerste. Doch sein Preis, sein Gewicht, seine Verarbeitung, das komplette Zubehör und die Transparenz der Marke machen ihn für jeden Radfahrer, der das Radfahren ernst nimmt, zu einem interessanten Kandidaten.




