Testbericht zum AERO50 II: Warum lassen Carbonlaufräder für unter 700 Dollar die Branchenriesen alt aussehen?
Einführung der Geschäftsleitung: Die Entwicklung von ICAN und das AERO50 II-Konzept
In einem Direct-to-Consumer-Markt, der oft von „Wunderfirmen“ geprägt ist, die ebenso schnell wieder verschwinden, wie sie aufgetaucht sind, gilt die seit 2009 bestehende Präsenz von ICAN als bedeutendes Zeichen für Beständigkeit. Für den Verbraucher ist diese Langlebigkeit mehr als nur eine Statistik; sie steht für eine Marke mit einem kompetenten Kundenservice-Team, einem etablierten Garantieprozess und einer nachweisbaren Erfolgsbilanz bei der Weiterentwicklung von Community-Favoriten. Der AERO50 II ist der weiterentwickelte Nachfolger der ursprünglichen AERO-Serie – ein Laufradsatz, der über ein halbes Jahrzehnt lang in Radsportforen und auf Reddit den Ruf als „Best-in-Class“-Empfehlung genoss.
Das AERO50 II ist revolutionär. Zwar sind erschwingliche Carbonlaufräder auf dem Markt weit verbreitet, doch das Besondere an diesem Modell ist sein Preis: nur 670 US-Dollar bei einem Gewicht von lediglich 1247 Gramm. Normalerweise kosten Laufradsätze mit einer Felgentiefe von 50 mm und einem Gewicht unter 1250 Gramm oft über 1500 US-Dollar. Das AERO50 II mit seinem äußerst wettbewerbsfähigen Preis-Leistungs-Verhältnis stellt die branchenübliche Vorstellung, dass „ultimative Leichtigkeit mit hohen Kosten einhergehen muss“, direkt in Frage. Dieser Testbericht geht über die Markengeschichte hinaus und analysiert die reinen technischen Spezifikationen sowie empirische Daten, die aus meiner „Carbon Wheel Scorecard“-Methodik abgeleitet wurden.
Dies ist das Originalvideo des britischen professionellen Fahrrad-Testkanals „BikeLabHQ“.
Hardwarearchitektur und Komponentensynthese
Technische Daten: ICAN Aero50 II
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Komponente/Kennzahl |
Details |
Auswirkungen auf die Leistung |
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Felgenmaterial |
T700 / T800 Carbon-Mischung |
Bietet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kosteneffizienz und hoher Seitensteifigkeit |
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Nabensystem |
ICAN D91 (45-T-Sternratsche) |
Gewicht: 279 g (49 g weniger als das Vorgängermodell D01); Eingriffswinkel: 8° |
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Speichen |
Sapim CX Ray (Bladed) |
Belgische Flaggschiff-Speichen; hohes Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht |
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Gewicht (gemessen) |
1247 g (vorne: 573 g / hinten: 674 g) |
Deutliche Reduzierung der rotierenden Masse beim Bergauffahren |
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Innenbreite |
23mm |
Geeignet für moderne Reifenprofile von 28 mm bis 32 mm; kein „Aufblähen“ |
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Lager |
Standardstahl |
Zuverlässig, weit verbreitet und kostengünstig in der Wartung |
Das gemessene Gewicht von 1247 g dient als empirischer Nachweis für die Angaben zum T700/T800-Laminat; diese Werte bei dieser Felgentiefe ohne T800-Fasern mit höherem Modul zu erreichen, wäre nahezu unmöglich. Das T800-Carbon ist etwa 28 % steifer als das branchenübliche T700, was für die Aufrechterhaltung der Seitensteifigkeit bei Sprints aus dem Sattel unerlässlich ist. Darüber hinaus zeigt die Weiterentwicklung von der D01- zur D91-Nabe – durch die 49 g Eigengewicht am Drehpunkt eingespart werden – das Engagement von ICAN, die Effizienz der Plattform zu optimieren.

Empirische Leistungstests: Daten vs. Herstellerangaben
Während das subjektive „Fahrgefühl“ ein gängiger Maßstab ist, lege ich bei meinen Tests den Schwerpunkt auf objektive Daten – insbesondere die Gewichtsüberprüfung und die Gleichmäßigkeit der Speichenspannung –, um die Qualität der Fertigung zu beurteilen.
Gewichtsvergleich
Das tatsächlich gemessene Gewicht des AERO50 II von 1247 g (ohne Klebeband/Ventile) ist nicht nur 43 g leichter als die Herstellerangabe, sondern macht es auch zum leichtesten 50-mm-Laufrad, das ich je in dieser Preisklasse getestet habe. Die Preis-Gewichts-Unterschiede gegenüber der Konkurrenz sind eklatant:
●Elite Wheels Marvel 50: 1500 g (840 $) – 253 g schwerer
●Superteam Ultra H2: 1290 g (1100 $) – 43 g schwerer
●Moving Sport SL1200: 1265 g (1000 $) – 18 g schwerer
●Yoeleo QiaKun CS50: 1185 g (1650 $) – 62 g leichter, aber 1014 $ teurer
Analyse der Verarbeitungsqualität
Speichenspannungsbewertung: 5/5 (Carbon-Laufrad-Bewertungsbogen) Die Verarbeitungsqualität ist vorbildlich. Beim Vorderrad lag keine einzige Speiche außerhalb der Toleranzgrenze von 10 %. Beim Hinterrad lagen 22 von 24 Speichen innerhalb derselben engen Toleranz. Diese Gleichmäßigkeit ist ein entscheidender Indikator dafür, dass das Laufrad „rund“ bleibt und unter Belastung vorzeitiger Ermüdung widersteht.
Die interne Inspektion mittels Endoskop zeigte jedoch, wo Kosten eingespart wurden. Während die äußere mattschwarze Oberfläche dezent und professionell wirkt, erhielt die Innenseite eine Bewertung von 3/5. Ich stellte Oberflächenunregelmäßigkeiten, geringfügige Unebenheiten im Harz und Wellen um das Speichenbett herum fest. Dies lässt erkennen, dass der Schwerpunkt eher auf der optischen Attraktivität und der strukturellen Grundqualität liegt als auf der hochwertigen inneren Verfeinerung, wie sie bei der Fertigung von Spitzenprodukten zu finden ist. Es ist funktional, nicht handwerklich.
Fahrdynamik auf der Straße: Steifigkeit, Kletterleistung und Nachgiebigkeit
Das AERO50 II legt den Schwerpunkt eindeutig auf die Seitensteifigkeit, was auf die Wahl des T800-Carbon und der Sapim CX Ray-Speichen zurückzuführen ist.
Kletterleistung und Beschleunigung
Der Faktor „rotierende Masse“ ist das herausragende Merkmal. Jedes 100 g, das einem sich drehenden Objekt abgenommen wird, hat im Vergleich zum statischen Gewicht eine verstärkte Wirkung. Auf der Straße bedeutet dies eine „Leichtigkeit“ der Bewegung, wenn man einen Lücken schließt oder einen Anstieg bewältigt. Für Fahrer, die eine noch aggressivere Kletterkonfiguration suchen, wäre die 38-mm-Variante angesichts der Leistung dieser 50-mm-Version wahrscheinlich eine „wahnsinnig“ leichte Option.
Fahrverhalten und Handling
Die Steifigkeit, die die Kraftübertragung unterstützt, geht auf Kosten der vertikalen Nachgiebigkeit. Auf unebenen Straßen übertragen diese Laufräder mehr „Straßenvibrationen“ als eine schwerere, nachgiebigere Felge.
● Empfehlung: Um dies auszugleichen, sollten Sie 28-mm- bis 32-mm-Tubeless-Reifen (wie den GP 5000 STR) verwenden. Die Innenbreite von 23 mm ermöglicht es diesen Reifen, sich in einer stützenden U-Form zu legen und die Steifigkeit der Felge durch das Luftvolumen auszugleichen.
Das Fahrverhalten bei Seitenwind ist für eine Felgentiefe von 50 mm vorhersehbar. Bei mäßigem Wind ist das Rad zwar stabil, doch bei böigem Wind neigt das Vorderrad zum Ausbrechen. Fahrer in Küstenregionen mit anhaltend starkem Wind sollten für mehr Stabilität Felgentiefen von 38 mm oder 40 mm in Betracht ziehen. Zudem ist das Geräusch der Nabe eher ein „sicher klingendes Klicken“ als ein „unangenehmes Surren“ – gut hörbar und präzise, aber nicht störend.
Die „Na und?“-Ebene: Wertanalyse und Wartungsfreundlichkeit
Der Kauf eines direkt an den Verbraucher gelieferten Laufradsatzes ist eine Investition in ein ganzes Ökosystem. Die Infrastruktur von ICAN nach dem Kauf ist überdurchschnittlich schnell: Mein Testsatz traf bereits nach 9 Tagen ein und war hervorragend gepolstert.
Garantie & Crash-Ersatz
Die 2-jährige Garantie (Bewertung: 3/5) und die 15-prozentige Crash-Ersatzregelung bieten ein Sicherheitsnetz, das bei extrem günstigen AliExpress-Marken oft fehlt, auch wenn sie hinter den erstklassigen lebenslangen „No-Fault“-Garantien zurückbleibt.
Eingriffswinkel der Nabe
Die 45-Zahn-Sternratsche bietet einen Eingriffswinkel von 8°. Dies ist für das Fahren auf der Straße völlig ausreichend, auch wenn es technischen MTB-Fahrern als zu gering erscheinen dürfte.
Wartungsfreundlichkeit
Die Verwendung von Standard-Stahlkugellagern ist in dieser Preisklasse eine kluge Entscheidung; sie sind zuverlässig, kostengünstig zu ersetzen und der Reibungsunterschied gegenüber Keramiklager mittlerer Qualität ist für die meisten Fahrer vernachlässigbar.
Hinweis zur Hardware
Der Freilaufkörper besteht aus Aluminium, um Gewicht zu sparen. Nutzer müssen auf „Kassettenbiss“ achten, bei dem sich Shimano-Kassetten mit der Zeit in die Verzahnung eingraben können. Ein Ersatzkörper kostet etwa 30–50 Euro.
Das AERO50 II rechtfertigt seinen Preis von über 600 US-Dollar gegenüber preisgünstigeren Konkurrenten durch seine überlegene Speichenspezifikation, die Gewichtsreduzierung der Nabe um 49 g und ein Gesamtgewicht, das Räder übertrifft, die 1.000 US-Dollar mehr kosten.
Fazit: Ideale Einsatzszenarien und Empfehlungen
Das ICAN AERO50 II ist der unangefochtene Preis-Leistungs-Sieger für Fahrer, denen Gewicht und Steifigkeit besonders wichtig sind. Es bietet ein kletterfreundliches Gewichtsprofil mit 50 mm Aerodynamik, ohne dass man dafür einen vierstelligen Betrag hinblättern muss. Zwar fehlt der Carbonoberfläche die hochwertige Politur, doch die Verarbeitungsqualität dort, wo es darauf ankommt – Speichenspannung und Komponenten – ist auf Profi-Niveau.
Für wen ist dieses Rad geeignet?
●Gewichtsbewusste Kletterer: Fahrer, die das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für streckenreiche Routen suchen.
●Preisbewusste Rennfahrer: Diejenigen, die 50-mm-Aerodynamik und T800-Steifigkeit benötigen, ohne 1.500 $ investieren zu müssen.
●Langstrecken-Enthusiasten: Radfahrer, die die einfache Wartung von Standard-Stahllagern und Sternratschen-Naben schätzen.
Hinweise
●Interne Verarbeitung: Die Bewertung von 3/5 für den inneren Aufbau deutet darauf hin, dass bei der Herstellung der Funktion Vorrang vor der Form hatte.
●Steifigkeit: Dies ist ein steifer Laufradsatz; vermeiden Sie schmale Reifen (25 mm) und hohen Reifendruck, wenn Sie Wert auf ein „weiches“ Fahrgefühl legen.
●Aluminium-Freilauf: Fahrer mit hoher Kilometerleistung müssen mit Kassettenabrieb rechnen, ein üblicher Kompromiss für das geringe Gewicht der Nabe von 279 g.




